Mit der Kaffeekapsel Äpfel schneiden

Manche hassen sie, manche lieben sie und manchen ist sie vollkommen egal. Die Kaffeekapsel. Wenn man sie aus der Perspektive der Umwelt Auswirkungen betrachtet, so findet derzeit ein kleiner Wandel im Bewusstsein statt. Noch letztes Jahr wurden Kaffeekapseln häufig als die absolute Umweltsünde gesehen, da jede Portion Kaffee in eine Verpackung gesteckt, verbraucht und einfach weggeschmissen wird. Viele sehen das auch noch heute so. Viele Ressourcen für einen Zweck, sie landen schnell im Müll und der Rohstoff geht somit verloren.

Nun. Das ist richtig und falsch zugleich. Neuere Studien zeigen, dass auch das Erhitzen des Kaffeewassers, die Menge des eingesetzten Kaffees und die Maschine selbst in den ökologischen Fußabdruck der verschiedenen Herstellungsarten für den Morgengenuss eingerechnet werden sollten. Dabei schneidet die Kaffeekapsel häufig gar nicht mal so schlecht ab. Denn der Kaffeeeinsatz ist gering, es wird genau so viel Wasser erhitzt wie benötigt, die Maschinen arbeiten effizient und die Kapseln können teilweise recycelt werden. Besonders Aluminiumkapseln sollen gut recycelbar sein und somit die unnötige Verpackung gut wiederverwertet werden können. Die Nachfrage nach Aluminium ist wohl auch so hoch, dass es für mich mehr Sinn macht, wenn das eingesetzte Aluminium, für beispielsweise einen Fensterrahmen oder Bauteile eines Automobils, vorher wenigstens eine Kaffeekapsel oder Getränkedose oder andere Dinge waren und somit aus dem „Single Use“ ein mehrfacher Einsatz wird und der Abbau des Rohstoffs einen „höheren“ Wert bekommt.

Heute landete ein sehr interessanter Einsatz von recycelten Aluminium auf dem Tisch. Nespresso hat in der Schweiz eine Kooperation mit der Firma Victorinox, welche die bekannten Schweizer Messer herstellt.

In der Schweiz können Kaffeekapseln getrennt von anderen Stoffen gesammelt werden und somit aus diesen Kapseln eine relativ reine Form von Aluminium hergestellt werden. In einer kleinen Auflage geht das Aluminium an Victorinox, die daraus die Verkleidung einer limitierten Serie an Messer herstellt. So verfolgen beide Unternehmen gemeinsam die Idee, Rohstoffe wiederzuverwenden und einem anderen Zweck zuzuführen. Selbst die Umverpackung ist aus recycelter Pappe.

Mir ist klar, dass so ein kleines Messer nicht die Welt verändert und das Konzept auch nicht auf die Masse in Deutschland übertragbar ist.

Ein Grund hierfür ist, dass Aluminium in Deutschland im gelben Sack gesammelt wird. In der Recyclinganlage werden die Stoffe zwar getrennt, können allerdings nicht zu 100 Prozent eindeutig zugeordnet werden. Man bedenke, dass der Joghurtdeckel beispielsweise nicht komplett vom Joghurtbecher getrennt sein kann und somit der Kunststoff und Aluminiumanteil auf einem und demselben Förderband liegen und somit beide in denselben Stoffstrom gehen, obwohl es unterschiedliche Wertstoffe sind. Das gleiche kann mit Metallen und weiteren Stoffen geschehen. Die Folge ist also, dass die Qualität des recycelten Stoffes sicherlich gut ist, aber nicht perfekt. Die Einsatzmöglichkeiten sind entsprechend begrenzt.

Für mich persönlich zeigt das Messer aber eine Vision. Irgendwann sollte das Recycling so gut optimiert sein, dass Stoffe eindeutig und in einer so guten Qualität verwertet werden können, dass sie immer wieder verwendet werden können und der Einsatz des sogenannten Rezyklats immer flexibler wird.

Ich freue mich jedenfalls über die Idee, und schneide mein Obst wohl in Zukunft mit recycelten Kaffeekapseln.

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