Der Genuss beim Kampf gegen Lebensmittelabfälle

In Deutschland, wie in vielen anderen Ländern auch, werden zu viele Lebensmittel weggeworfen. Das bestätigen uns viele NGO’s, die Politik aber auch die Presse. Besonders dieses Jahr fällt mir auf, dass das Thema häufiger präsent ist und an Bedeutung zunimmt.

Ein gutes Beispiel dieser Kommunikation über Lebensmittelabfälle, und warum dies wichtig ist, zeigt die Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft namens „Zu gut für die Tonne“. Unter dieser Initiative sammelt der Bund unter anderem Vorzeigeprojekte von Unternehmen um den Abfällen den Kampf anzusagen. Spricht aber auch darüber, was der Verbraucher tun kann.

Verluste Beispiel Kartoffel.JPG
Verteilung der Lebensmittelverluste, Quelle: WWF „Das große Wegschmeißen“

Denn die Erkenntnisse diverser Studien geben den Akteuren, die sich mit „Food Waste“ beschäftigen, Recht. Beispielsweise eine Studie des WWF aus 2015 zeigt auf, dass circa ein Drittel aller Lebensmittelabfälle im Müll landen. Dies beginnt im Anbau bzw. in der Nachernte und endet beim Verbrauch. Das Besondere an dieser Studie ist, dass sie zudem aufzeigt, welche Abfälle vermeidbar wären. So entsteht der größte Anteil der Abfälle, 7,23 Millionen Tonnen, beim Verbraucher, wovon knapp die Hälfte unnötig entsteht. Ursachen können beispielsweise eine falsche Lagerung, oder das Kaufen von zu großen Portionen sein. In der Verarbeitung und Produktion beispielsweise fallen lediglich einstellige Prozentanteile an Lebensmittelabfällen an, die vermeidbar sind. Allerdings sind nach meiner Ansicht nach die Hersteller noch nicht fein raus. Denn es stellt sich nicht nur die Frage, ob Abfälle anfallen, sondern auch wie mit diesen umgegangen wird. Denn Abfall zählt nicht mehr als Abfall bzw. Deponie-Abfall, wenn diese in die Biogasanlage gesteckt werden. Soweit ist das auch gut, jedoch gibt es manchmal auch bessere Verwertungsarten von Lebensmitteln, die nicht mehr für den Verkauf geeignet sind. Denn darunter fallen nicht nur ungenießbare Nahrungsmittel. Dazu zählen auch Lebensmittel, die kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum stehen oder bestimmten Qualitätsanforderungen nicht entsprechen, wie einem Fehler in der Rezeptur. Diese sind zu schade für eine Biogasanlage und sollten anderweitig eingesetzt werden. Sie sind genießbar und nicht schädlich. Warum also nicht spenden oder als Tierfutter einsetzen. Nach dem Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten und der Environmental Protection Agency unterscheidet man in einer bestimmten Hierarchie, wie Rohstoffe in der Produktion sinnvoll verwertet oder teilweise sogar wiederverwendet werden sollten, wie beispielsweise Bruchware die als Füllung in Süßwaren verwendet werden kann. Kein Abfall heißt somit noch lange keine sinnvolle Verwertung.

Allerdings glaube ich, dass wir uns auch an die eigene Nase fassen sollten. Es gibt viele einfache Möglichkeiten um einen großen Beitrag zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung beizutragen und somit Ressourcen, CO2, Landflächen, Arbeitskraft, Kosten und vieles mehr zu sparen. Denn jedes Nahrungsmittel das angebaut und weggeschmissen wird ist umsonst gewachsen. Viele Artikel kommunizieren bereits zu dem Thema. Auch mit Ansprache des Verbrauchers. „So räumst du deinen Kühlschrank richtig ein“, „Was hat es mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf sich“. Das ist bestimmt wichtig und hilft möglicherweise dem einen oder anderen. Mir leider nicht. Ich weiß, dass ich nach Ablauf des MHD das Produkt nicht wegschmeißen muss und ich weiß auch, dass sich die Milch im Kühlschrank länger hält.

Mein persönlicher Ansatz ist dann wohl doch etwas anders. Für meinen Teil habe ich mir vorgenommen der Ressourcenverschwendung durch Nahrungsmittelabfälle den Kampf anzusagen. Ich versuche seit ein paar Wochen weniger und gezielter einzukaufen. Ganz nach dem Motto: Mehr Genuss für das gleiche Geld. So kaufe ich derzeit kleinere Packungen an Bio-Käse. Dort ist zwar weniger enthalten als in der Großpackung, kostet aber in etwa dasselbe wie der konventionelle Käse und komischerweise reicht er mir und meiner Freundin ebenfalls über eine Woche. Die gleiche Erfahrung machte ich mit Obst und Gemüse. Besonders mit Obst. Ich kaufe eher einzelne Teile anstatt ganze Netze. Bisher bin ich noch nicht verhungert, merke aber, dass weniger Müll anfällt, da mir weniger Lebensmittel verderben. Unterm Strich also eine Win-Win-Situation.

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