Warum ich kalten Kaffee trinke…

Jeder Werktag beginnt eigentlich recht ähnlich. Morgens aufstehen, erstmal fertig machen und Kaffee in den to-go Becher. Im ICE auf der Fahrt zur Arbeit gemütlich den Kaffee trinken, Nachrichten lesen, E-Mails checken. Im Büro angekommen noch schnell einen Espresso ziehen und ab ins erste Meeting.  Und dann… Mist! Espresso nicht getrunken. Jetzt ist er kalt. Was nun? Klar! Weg damit und einen Neuen aus der Maschine lassen. Kalter Kaffee schmeckt ja nicht, sind ja nur 50-250 ml Kaffee die ich wegschütte.. und über hundert Liter Wasser… und Landflächen die unnütz verbraucht werden… und CO2 das unnütz verursacht wird… und…

Ich stelle mir gerne vor, wie jemand seine Tasse Kaffee wegschüttet und der Fluss aus der Tasse nicht aufhört bis die 140 Liter Wasser herausgeflossen sind, die eine Tasse Kaffee tatsächlich verbraucht. Das Unesco Institute for Water Education nutzt den Begriff „virtuelles Wasser“ um in Hochrechnungen den Wasserfußabdruck von Menschen und ganzen Staaten zu bestimmen. So auch für die beliebte Tasse Kaffee. Denn für eine Tasse wird viel mehr benötigt, als das bisschen, dass wir in die Maschine stecken. Man muss die gesamte Wertschöpfungskette betrachten und die beginnt im Anbau des Kaffees und endet im Konsum. Im Anbau wird am meisten Wasser verbraucht, was logisch ist, da Pflanzen nunmal nur mit Wasser leben und Früchte tragen können.

Die Studie „Kein Land in Sicht“ vom Sustainable Europe Research Institut (SERI) und der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 geht über die Berechnung des virtuellen Wassers hinaus und bezieht die Landfläche, die genutzt wird um eine Tasse Kaffee herzustellen, ein. Dieser Land-Fußabdruck setzt sich unter anderem aus den Flächen für den Anbau, der Produktionsstätten und der Infrastruktur zusammen. Jeder Kaffee benötigt somit 4,3 Quadratmeter. Zum Vergleich kostet ein Kilo Schweinefleisch in etwa 6,7 Quadratmeter Landfläche. Bezogen auf den täglichen Konsum schätze ich, dass mein Land-Fußabdruck sicherlich größer ist als die Wohnung in der ich lebe.

Wenn ich nun noch den CO2 Fußabdruck bedenke, der laut Öko-Institut zwischen 59 und 100 Gramm ist, kommt doch so einiges zusammen.

Häufig werden diese verschiedene Fußabdrücke zu einer gesamten Ökobilanz zusammengefasst um zu bewerten, wo die größten Herausforderungen zur Vermeidung von übermäßigen Verbrauch von Wasser oder Landflächen liegen.

Für mich bedeuten sie, dass ich mich über meinen kalten Kaffee ärgere, ihn aber dennoch trinke. Außerdem sagt meine Freundin: Kalter Kaffee macht schön.

 

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